Gleich zu Beginn muss ich ein kleines Liebesbekenntnis ablegen: Seit ich den ersten Band der „Haymon schwärmt“-Reihe - „Von den Märchen“ (Michael Köhlmeier) - gelesen und für außerordentlich gut befunden habe, war ich überzeugt davon, dass alle nachfolgenden Romane, ganz gleich welches Thema sie behandeln, mindestens genauso stark auftreten werden. Barbara Neuwirth tritt nun den leibhaftigen Beweis an. Mit ihrem Roman, der den etwas eigenwilligen Titel „Helden. Heldin....

Wusstet ihr, dass der Mensch im Durchschnitt rund 2 Quadratmeter Haut besitzt und sie dadurch das größte und stärkste Organ des menschlichen Körpers darstellt? Habt ihr schon mal was von Mechanorezeptoren, Nozizeptoren, Barrel-Kortex oder Vibrissen gehört? Nicht? Gott sei Dank, dann bin ich wenigstens nicht der einzige Mensch auf Erden, der Bildungslücken ohne Ende hat. Aber dank Neurowissenschafler/Illustrator Dr. Matteo Farinella weiß ich nun, dass Merkel, Meissner, Ruffini und...

Nach Rachebraut Brünhilde Blum und Leichenbuddler Max Broll, hat Bernhard Aichner es abermals geschafft, Protagonisten zu entwerfen, die nicht an jeder x-beliebigen Straßenecke anzutreffen sind, mit ihrem einzigartigen Wesen zu glänzen wissen und in Kombination mit der für sie vorgesehenen Geschichte einen hohen Unterhaltungswert zu bieten haben. Aichner hat ihnen nicht nur die essentiellen „Ecken und Kanten“ verpasst, er hat sie zudem auch noch - im wahrsten Sinne des Wortes - „zu...

Geister die ihr Unwesen treiben, Verschwörungen die unter Deck liegen und mysteriöse Gute-Nacht-Geschichten sind die Grundelemente dieser auf zwei Zeitebenen erzählten Handlung. Sie beginnt mit einem Mord und endet in einer weitreichenden, zeitübergreifenden Katastrophe. Die Vorfreude auf den Titel war groß, die Erwartungen an eine gut konzipierte, greifbare Story ebenso. Der Plot, die Ausgangslage, die Vielfalt an Protagonisten ließen vorab erahnen, welcher Unterhaltungswert hier auf dem...

Und wieder stehe ich vor der unfassbar schwierigen Aufgabe, nach Beenden dieses Buches, eine objektive Bewertung trotz Befangenheit abzugeben, denn eines lässt sich einfach nicht verbergen: Ich liebe die Geschichten von Anthony Horowitz. Er ist nicht nur ein unglaublich talentierter, sprachlich versierter Literat, der es punktgenau versteht, einer gängigen (Krimi)Handlung, auf unterhaltsamen Wege, qualitatives Leben einzuhauchen, er ist ebenso bemüht, das oftmals festgefahrene Krimigenre...

Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: Dieser von William Lindsay Gresham 1946 verfasste Roman ist unglaubliche 73(!!!) Jahre alt, fühlt sich beim Lesen aber so ambitioniert, so ausdrucksstark an, als hätte er ihn erst letzten Monat im Lektorat abgegeben. Eine Festa-Glanzleistung - man muss das so deutlich hervorheben -, diesen großartigen Titel aus der Versenkung zu holen und ihn als Deutsche Erstausgabe zu präsentieren. Aber nicht nur die wirklich gut konzipierten Außeneinflüsse...

Ein Debütroman per se ist schon etwas ganz Besonderes: Er fühlt sich leicht an, wirkt weitestgehend ungezwungen, die Bemühungen des Autors sind rein, „naturbelassen“, man kann förmlich den blinden, unschuldigen Enthusiasmus des Schriftstellers spüren, ihn nachempfinden. Herrlich. Warum beginnen ich meine Rezension mit einer derartig plumpen Phrasendreschei? Ganz einfach: Weil Paula Brackstons Erstling tatsächlich so unverblühmt, leichtfüßig und charmant daherkommt, wie ich es oben...

Da ist diese stickige, fensterlose Hütte im Wald, diese eigenartige Familie, dieser geisteskranke Mann, diese Bestie, diese Angst vor dem gewalttätigen Vater,...da ist dieses aufkeimende Stockholm-Syndrom,...der Sauerstoffmangel, der „Zirkulationsapparat“, dieses kleine, selstame dreizehnjährige Mädchen, das klug ist wie eine Erwachsene, spricht aber wie eine Siebenjährige,...da ist diese entflohene Frau, die eigentlich eine andere sein sollte,...da ist dieser Unfall und alle daraus...

„Soweit ich gelesen habe, war die Mutter des Jungen eine Hure, bis sie jemand umgebracht hat. Sie hat sich nie die Mühe gemacht, ihm einen Namen zu geben. Das wusste ich. Er war immer der Junge. Als er zehn war, hat sie angefangen, seinen Arsch als Nebenerwerb zu verkaufen. Das wusste ich nicht. Als sein Arsch mehr einbrachte als ihrer, wurde sie eifersüchtig. Einige Männer drehten durch und prügelten die Scheisse aus ihm heraus. Irgendwann drehte dann er durch und fing an, sich zu...

Der Debütroman von Karen Thompson Walker „Ein Jahr voller Wunder“ entwickelte sich prompt zum Bestseller: 250.000 verkaufte Exemplare, in 27 Sprachen übersetzt, AMC-Serie bereits in Vorbereitung. Perfekte Vorzeichen dafür, dass auch ihr zweiter Titel ins Schwarze trifft. ABER: Neue Thematik, neues Genre, neue Ausgangslage, neues Glück: Kalifornien. Ein Virus greift um sich und nimmt ein epidemisches, schnell verbreitendes Ausmaß an. Möglicherweise durch die Luft übertragbar? Wer...

Mehr anzeigen