Rezension „Tod eines Gentleman“ (Christopher Huang) Ich mache sofort Nägel mit Köpfen: Vergangene Woche habe ich im Netz eine Rezension einer Userin entdeckt, die sich recht deutlich entgegen der Heyne-Lektüren ausgesprochen hat. Sie war der Meinung, dass ein Großteil der Bücher optisch hervorragend konzipiert wäre, der Inhalt allerding sehr häufig zu Wünschen übrig ließe. Plakative Irreführung. Außen hui, innen pfui. Um das Ganze vorweg zu entschärfen: Ihre geschätzte Meinung...

Es mögen die Spiele beginnen. Nicht im herkömmlichen Sinne, sondern in literarischer Hinsicht. Warum erzähle ich euch das? Weil sich Christophe Lambert von der intelligenten Brettspiel-Serie „T.I.M.E Stories“ (unter anderem zum Kennerspiel des Jahres nominiert!) aus dem Hause Space Cowboys zu diesem Roman hat inspirieren lassen. Berechtigte Einwände an dieser Stelle: Wie kann man aus einem Erkundungsspiel, einen Roman basteln? Und vor allem: Warum sollte man das tun? Ganz einfach: 1....

Als mir „Fuchs 8“ in der Luchterhand-Programmvorschau das erste Mal untergekommen ist, habe ich - um ehrlich zu sein - vor aufregender Fassungslosigkeit, beinahe vor Entsetzen, die Augen weit aufgerissen: Diese „Kurzgeschichte“ (Wenn man sie überhaupt so nennen darf?!) umfasst sage und schreibe 56(!!!) Buchseiten! Zieht man dann auch noch die Illustrationen, sämtliche Zeilenumbrüche und Leerstellen ab, beläuft sich das Ganze wahrscheinlich auf 30 Seiten! Berechtigte Frage an dieser...

Meine Buchbesprechung definiere ich heute mal anhand sechs prägnanter Aspekte, die bereits in der Einleitungsphase von „Porzellankind“ auftreten und den Titel gut nachvollziehen: 1. Aufgrund der etwas spezielleren Ausarbeitung, der Charakterformung und der stilistischen Prägung wird sofort klar, dass man es definitiv NICHT mit einem gewöhnlichen Mainstream-Thriller zu tun, dafür ist das Konzept viel zu eigenwillig, viel zu individuell, schlicht und einfach zu eigenständig. Man tut...

Einen geladenen Revolver auf offener Straße zu finden, grenzt mit hoher Wahrscheinlichkeit an Zufall. (Die danaben liegende Leiche mal außen vor gelassen!) In Erwägung zu ziehen, die Waffe aufzuheben, ist unüberlegt. Sie mit nach Hause zu nehmen, mutig. Sie zu benutzen,...dämlich. Einen Menschen damit zu ermorden,...eiskalt. Nakamura hat mit „Der Revolver“ nicht nur einen unterhaltsamen, - in seiner menschlichen Denkweise - höchst dubiosen „Kurzroman“ geschaffen, er hat damit auch...

Stephen Chboskys Debütroman („Das also ist mein Leben“) liegt mittlerweile satte 8(!) Jahre zurück. Eine halbe Ewigkeit im Hinblick auf die neumoderne, zwanghafte Schnelllebigkeit des Schriftsteller-Daseins. Die meisten Autoren produzieren am Fließband, liefern in Rekordzeit, ein Buch folgt dem Nächsten, die kreativen, freistehenden Intervalle werden kürzer, der Druck größer, die Qualität (zumeist) schlechter. Vorweg eine rhetorische Frage: Wie ist es nur möglich, dass Chbosky sich...

Die Adventszeit ist doch bekanntlich die schönste und besinnlichste von allen. Glühwein, Punsch, Kekse, vorweihnachtliche Stimmung, „Last Christmas“ im Dauerloop. Ist doch herrlich, oder? FALSCH! Denn das Autorenduo Maja&Wolfgang Brandstetter sieht die Sachlage etwas anders und lässt den harmlosen, friedfertigen Weihnachtsmarkt zum Horrorschauplatz werden, denn ein kleines Mädchen verschwindet. Unbemerkt. Unauffindbar. Beinahe lautlos abhanden gekommen. Keine leichte Situation für...

Wenn ich an den erst kürzlich im Diogenes Verlag veröffentlichten Titel von Steven Price - „Die Frau in der Themse“ denke, fallen mir ad hoc fünf rhetorische Fragen ein: 1. Was ist das für ein fetter Wälzer? (Klar, es gibt Autoren die noch gewaltiger auftreten, aber im Krimigenre ist diese hohe Seitenanzahl doch eher selten anzutreffen.) 2. Wie hat es Steven Price nur geschafft, aus dieser relativ überschaubaren Grundhandlung, ein annehmbares, bodenständiges, und vor allem...

Dunkle Wälder, eisige Winde, verängstigte Kinder und eine umherwandernde, todbringende Gestalt mit frostblauen Augen, mit Krallen, die gewaltsamer und endgültiger nicht sein können. Diese mystischen Grundelemente bilden den Kern von Katherine Ardens Debütroman: „Der Bär und die Nachtigall“ Es gibt Märchenadaptionen, die völlig falsch interpretiert werden, jene, dessen Charme durch die neu konzipierte Überlieferung verloren geht, jene, die das Geheimnis um einen Mythos verharmlosen,...

Bitte verzeiht mir den etwas prompten Einstieg in die Buchbesprechung, aber ich muss gleich zu Beginn etwas loswerden: Jess Kidd könnte man auf literarischer Ebene, hinsichtlich der Art und Weise des Storytellings, als vollkommen durchgeknallt bezeichnen, denn ihre Romane sind nichts anderes als ausdrucksstarke, eigenwillige, unvergleichliche (Genre-)Grenzgänger. Ich bin immer wieder verwundert/erstaunt, wie scheinbar mühelos sie die Komponenten und Strukturen einzelner Gattungen...

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