Dass Marlon James eine besondere Begabung zum Schriftsteller hat, ist spätstens nach Beenden seines erst kürzlich veröffentlichten Romans „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ glasklar geworden. Doch was er mit den Charakteren in seinem Debütroman „Der Kult“ (John Crow’s Devil - Englische Originalausgabe - 2005) veranstaltet, ist schlichtweg unglaublich. Nein,...es ist verheerend. Er nimmt die Langatmigkeit und die unbehagliche Stimmung eines ‚Andrew Michael Hurleys’, die...

So. Dieses Mal ist es mir ein besonderes Anliegen, gleich zu Beginn der Buchbesprechung, einen klaren Kritikpunkt, bzw. eine mir auf der Zunge liegende Frage in Richtung des Autors abzufeuern: WARUM UM ALLES IN DER WELT HABEN SIE DIESES BUCH SO LANGE VOR UNS VERSTECKT GEHALTEN? Bei diesem Krimi passt einfach Vieles zusammen: Die stark konstuierten Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte verbinden. Die Protagonisten die sich ständig weiterentwickeln, die großartige Backgrounds...

Dave Mitchell hat eine beachtliche Trophäensammlung vorzuweisen, und war bereits für zahlreiche Preise nominiert bzw. auf sämtlichen Long-/Shortlists vertreten! Unter anderem darf er den ‚British Book Award’, den ‚Commonwealth Writers' Prize’ und den ‚World Fantasy Award‘ sein Eigen nennen. Außerdem kann er sich den Weltbestseller „Cloud Atlas“ ans Revers heften, der übrigens mit Stars wie Tom Hanks, Halle Berry, Jim Sturgess,...verfilmt wurde. Alles Referenzwerte, die ganz...

Lasst mich gleich zu Beginn der Buchbesprechung festhalten, dass wir es hier mit einem kalten, ungeschönten, dramaturgischen Kriminalroman zu tun haben, der gerade wegen seines ‚True Crime‘-Hintergrunds und der detailliert geschilderten Ermittlungs-/Obduktionsarbeit, der Leserschaft extrem an die Nieren gehen wird. Mit Sicherheit. Aber nicht nur die Tatsache, dass dieses grauenhafte Schwerverbrechen an James Ellroys Mutter nie aufgelöst wurde, breitet dem Leser Magenschmerzen, auch das...

Gunnar Kaiser hat eine essentielle Botschaft verstanden, verinnerlicht und soeben mittels Literatur an die Leser da draußen weitergegeben: „Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn“ (Erasmus von Rotterdam) Auf diesem Grundpfeiler baut der gebürtige Kölner sein vielseitiges Debüt. Er schreibt über Bibliophilie, Nyphomanie, übersteigertes Selbstbewusstsein, Selbstüberschätzung, den Hang zum Dramatischen,...zum Vollendeten und entwirft zwei so ungleiche und dennoch - im Wesen -...

Haruki Murakami ist einer jener international gefeierten Autoren, der sich über düstere, abstruse, nicht immer ganz zuordenbare Storykomponenten definiert, der stets bemüht ist, den Genregrenzen Paroli zu bieten, der klug genug ist, sich NICHT vom Mainstream mitreißen zu lassen und trotz seiner stilistischen Eigenheiten imstande ist, der Literatur einen erheblichen Wert beizumessen. Das Merkwürdige, das wahrlich Kuriose/Unheimliche an dieser Sache, ist die Tatsache, dass der...

H. G. Wells ist/war einer jener Autoren, die das Genre und die Revolution des Science Fiction Romans entscheidend mitgeprägt haben. Ohne jeden Zweifel. Seine Geschichten wie „Der Unsichtbare“, „Die Zeitmaschine“ und (nicht zuletzt) „Krieg der Welten“ sind definitiv eindrucksvolle, subtile Sinnbilder einer längst verdrängten, aber keinesfalls vergessenen Zeit. Wie bereits im Vorwort von Prof. Thomas Allan Shippey erwähnt, dürfte Wells nicht bloß einer der „Urväter“ des...

Bevor ich mir bewusst und klar einen Rezensionstitel aussuche, werden im Netz sämtlich Communitys, Literaturportale, aber auch Kundenmeinungen durchforstet. Schließlich bilden die schlussendlichen Standpunkte der Käufer - in ihrer Gesamtheit betrachtet - die resultierende Konklusion. Hierbei finde ich die vermehrt auftretenden überschwänglichen Lobeshymnen sehr ansprechend. Selbiges gilt auch für vernichtende Negativkritiken. Genau hier wächst mein Interesse besonders, hier will ich...

Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Seelisch gebrochene Frau zieht sich zurück, lebt als Einsiedlerin, verbarrikadiert sich, beobachtet ihr Umgebung. Manisch. Ertränkt die eigenen Sorgen und Psychosen in Alkohol. Dann passiert es: Der erste Mord. Und sie hat alles gesehen. Plötzlich ist die Protagonistin gefordert. Sie wird zur Zeugin. Blöd nur, dass diese allgegenwärtigen Angstzustände ihr das Verlassen der eigenen vier Wände verweigern. Was tun? Klassiker: Weiter beobachten. Sich im...

Es gibt Kriminalromane, deren Protagonisten über allem stehen, stets Dreh- und Angelpunkt der Geschichte darstellen. Und es gibt Kriminalromane, deren Handlungskonzepte klar das Zentrum bilden, die Charaktere mehr oder weniger Randerscheinungen gleichkommen und vom Inhalt gesteuert/gelenkt werden. „64“ ist genau eines dieser Bücher. Das beides seine Vor- und Nachteile hat, muss - so glaube ich - nicht extra erläutert werden. Es lässt sich also sagen: Hideo Yokoyama hat mit „64“ ein...

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