Also: Ich hatte bereits viele Zukunftsszenarien auf dem Nachttisch liegen, jede Menge kluges, dystopisches Material zwischen meinen kritischen Fingern, aber eine derart eigenwilligen, unkonventionellen, BIZARREN, vom Mainstream losgelösten Adaption einer möglichen zukunftsträchtigen Perspektive habe ich bis dato noch nicht gelesen. Wer Kaspar Colling Nielsens Erzählungen bereits kennt, der weiß, bei diesem skandinavischen Künstler läuft überhaupt nichts auf standardisierte Weise: Seine...

All jene, die Ronald Malfi auf schriftstellerischer Ebene bereits kennen und „December Park“, „The Ascent“, „Die Treppe im See“,…gelesen haben, die wissen, mit welch großartigem Erzähler man es hier zu tun hat. Für diejenigen unter euch, denen Malfi (noch) kein Begriff ist, bzw. die bislang gefragt haben, wo genau man „Malfi“ im Kühlregal findet, habe ich folgene Aussage parat: Dieser Kerl ist ein verdammt guter Geschichtenerzähler. Nein. Anders: Dieser Kerl ist ein...

Lange habe ich unter Hirn zermarternden Umständen darüber nachgedacht, wie ich diese - für mich ganz besondere - Buchbesprechung beginnen soll, um der Außergewöhnlichkeit und der Extravaganz dieser Reihe irgendwie Tribut zu zollen. Sollte ich gleich mit der Tür ins Haus fallen und verkünden, dass dies die mit Abstand, mit ABSTAND(!!!) beste Krimiserie ist, die der Büchermarkt zu bieten hat? Oder sollte ich runter vom Gas und subtil erklären, dass ich Corbetts Universium schlichtweg...

Es ist wieder passiert: Der Teufel ist nach Maine zurückgekehrt und treibt in der Stadt Castle Rock sein verheerendes Unwesen, abermals in der Form eines kleinen Holzkästchens, das unscheinbar anmutet, aber gefährlicher nicht sein kann. Während King bei Band 1 noch kräftig auf die Tube gedrückt hat und den Leser bei der eigenen Fehlbarkeit, bei der Eitelkeit packte, betreibt Chizmar beim Nachfolgerroman eher Umkehrpsychologie. Er entschleunigt den Text komplett, braucht eine gefühlte...

Paranormale „Geschehnisse“ sind außerordentlich faszinierende und zugleich beunruhigende Phänomene und gerade deshalb, jede Recherche wert. All jenen unter euch, die der Geisterwelt höchst kritisch gegenüberstehen, bzw. dieser Anschauung überhaupt nichts abgewinnen können, wird meine Rezension eventuell sauer aufstoßen, den Aufgeschlossenen aber sage ich: „Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass wir auf diesem Planeten nicht alleine sind. Die bloße Vorstellung, das Manifeste bzw. die...

Es gibt interessante Geschichte, lebensechte Erzählungen mit starker, eingehender Charakteristik. Es gibt Umsetzungen, die glänzen, die prachtvoll erscheinen, mit zunehmender Seitenanzahl aufblühen und an Ästhetik kaum zu übertreffen sind. Und dann gibt es auch noch diesen Uhrmacher, der aus der Filigree Street kommt. Der - so ganz nebenbei bemerkt - sich vollends ausgereift anfühlt, der vollgepumpt mit Authentizität zu sein scheint, der den Leser bei der aufkeimenden Neugier trifft,...

Also: Wo soll ich am besten anfangen? Über den Autor so ausschweifend wie nur möglich sprechen? Direkt ins Geschehen einsteigen? Der Subjektivität den Vorzug geben? Keine Ahnung! Jedenfalls: Wenn es darum geht, über Rio Youers zu berichten, bzw. über einen von ihm verfassten Roman zu schreiben, stellt sich bei mir sofort das Gefühl der Überforderung ein. Dies hat zweierlei Gründe: Weil ich außerordentlichen Respekt vor diesem Schriftsteller besitze und Kritik - wenn überhaupt - nur...

Ist es nicht jedermanns Wunsch, die unterdrückte Minderheit den Peinigern zu entreissen, in die Freiheit zu führen und - optional - den Unterdrücker mit Rache entgegenzutreten? (Ohne Waffe und Mord versteht sich!) Giuseppe Gracia hat seine Protagonistin Gloria mit genau dieser Mission ausgestattet. Was zunächst wie ein harmloser Selbstfindungstrip beginnt, entwickelt sich auf den knapp 170 Seiten zu einem Rachefeldzug, der - wie kann es auch anders sein - in Hass umschlägt und schließlich...

Wer schon einmal einen Titel von Carlton Mellick III gelesen hat, der weiß, wie obskur, abstrus und abartig es in einer Geschichte zugehen kann. Von süßen Kannibalenfrauen, die sich mit Süßigkeiten zudröhnen, Kinder fressen und im Candyland ihr Dasein fristen, über verliebte Teenager deren Gesichter explodieren und wieder - locker vom Hocker - zusammengesetzt werden, bis hin zu Geschwisterpärchen, die sich der Selbterhaltungsmission verschreiben müssen, weil sie von den treuen...

„Mein Vater lag tot auf dem Grund des Brunnens. Das ist ein guter Anfang. Für ein Märchen. Denn anständige Märchen beginnen stets grausam.“ Für die eine Fraktion, jene nämlich, die ihren Vater abgöttisch lieben, ist Sylvia Wages Plott DAS Horrorszenario schlechthin. Für die Anderen ist es ein längst überfälliger Willkommensgruß, den Vater am Grund eines Brunnens leiden, betteln und dahinsiechen zu lassen. Da drängen sich mir doch glatt folgende Fragen auf: „Wo kommt dieser...

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