Mats Strandberg ist ein begnadeter Allrounder. Horror, Krimi, Dystopie, Jugendliteratur,... Egal auf welchem Terrain er sich zu bewegen versucht, meist gelingt ihm das ganz wunderbar. Mit seinen StandAlone-Titeln „Die Überfahrt“ und „Das Heim“ hat er gezeigt, dass er das Genre solide beherrscht und für die ein oder andere Überraschung zu haben ist. Um ehrlich zu sein bin ich ja nicht gerade ein Freund skandinavischer Erzählungen, da diese meist nach demselben Muster abgearbeitet...

Wer glaubt, dass Stephen King nach all der langen Schriftstellerzeit, Teile seiner Kreativität oder Imaginationskraft einbüßen hat müssen, der irrt ganz gewaltig. Seit der Carrie-Erstveröffentlichung 1973 rast dieser verdammt seltsame und zugleich beachtenswerte King-Güterzug - mit voller Wucht - auf uns Leser zu. So viele, stark gezeichnete, ausdrucksstarke Protagonisten, großartige Geschichten, riesige Erfolge pflastern seinen Weg! (Nicht zu vergessen, die Vielzahl an Buchverfilmungen...

Endlich hat es ein Autor fertiggebracht, das komplexe Thema „Onlinehandel“ und die daraus resultierenden (positiven/negativen) Folgen auf das Silbertablett zu hieven und in Form eines Unterhaltungsromanes der Leserschaft zu präsentieren. Vergleiche mit Huxleys „Schöne neue Welt“, oder „1984“ von George Orwell kann man getrost vergessen, dazu ist Rob Harts Buch zu modern und viel zu nah an der heutigen Realität dran. Wenn überhaupt, dann lässt sich „Der Store“ mit den Titeln...

Ich komme wohl gleich zum Punkt: „Long Way Down“ ist der mit Sicherheit verrückteste, rasanteste, stilistisch eigenwilligste Titel den ich bislang rezensiert habe. KEIN WITZ! So etwas habe ich bis dato noch nicht gesehen: Erwartet habe ich einen straighten Thriller auf solider Basis, bekommen habe ich einen echt abgefahrenen Cocktail aus Crime, Prosa, lyrischer Gewalt und einem kräftigen Schuss Slam-Poetry. Ich weiß gar nicht was ich merkwürdiger finden soll: Die inhaltliche Aufmachung...

Wenn ich an „The Chain“ von Bestsellerautor Adrian McKinty denke, fällt mir dazu nur eine einzige (rhetorische) Frage ein: Was ist das denn für ein abgefahrener Thriller? Man glaubt wirklich, behauptet, ist felsenfest davon überzeugt, dass es im Thrillergenre keinerlei Überraschungen mehr gibt. Doch dann kommt dieser verrückte Nordire und liefert einen derart packenden, intelligenten Text ab, der nicht nur von seiner enorm starken Grundidee profitiert, sauber konstruierte Charaktere...

Stellt euch vor, in eurer Nachbarschaft würden grausame Verbrechen stattfinden. Einbrüche, Vergewaltigungen, bestialische Morde. Unter den Opfern befindet sich eine Person, die ihr persönlich gut kennt, die euch nahesteht. Möglicherweise ein Freund, eine Freudin, ein Familienmitglied. Ihr seid bestürzt, trauert, und könnt es einfach nicht in Worte fassen. Aus den Medien erfahrt ihr später, dass es sich definitiv um keinen Einzelfall handelt, dass dieser Mord eventuell im Zusammenhang mit...

Debütant Stuart Turton hat fünf Dinge absolut richtig gemacht: Er hat DEN Plot des Jahres geschaffen! Er hat sämtliche Genregrenzen zum explodieren gebracht! Seine Figuren sind allesamt großartig konzipiert! Er bringt den Mut auf, mit schriftstellerischen Effekten nicht gerade sparsam umzugehen und trifft damit aber völlig ins Schwarze! (Er wird dabei dem Leser gegenüber niemals aufdringlich!) Er hat es geschafft, auf knapp 600 Seiten, pure Unterhaltung entstehen zu lassen. Zugegeben: Was...

Erinnert ihr euch, dass ich ständig darum bemüht bin, Ecken und Kanten bei der Protagonistenzeichnung zu fordern, aber auch jede Menge lobende Worte übrig habe, wenn es Autoren zustande bringen, den Charakteren eine anständige Portion Tiefgang zu verpassen? Am Beispiel Allen Eskens lässt sich wunderbar beobachten, dass er nicht nur seine Handlungsstränge hervorragend unter Kontrolle hat, sondern auch seine Figuren stets zur Hauptattraktion seiner Erzählungen auserkort. Dies verschafft...

Wie oft haben es Autoren bereits versucht (ohne jemanden zu nahe treten zu wollen), einem Horrorhaus atmosphärisches, unheimliches Leben einzuhauchen und sind an der - zugegebenermaßen schwierigen - Aufgabe (aus literarischer Sicht) kläglich zugrunde gegangen. Meist scheitert das Ganze an der Ausführung, an den lächerlich auftretenden Charakteren, an der unfreiwilligen Lächerlichkeit der Sachlage per se, und es scheitert zumeist an der niemals aufkeimenden Atmosphäre. Es handelt sich...

Wenn ein Geistlicher - scheinbar grundlos - das fein-säuberlich polierte Jagdgewehr auf die Köpfe seiner Gemeindemitglieder richtet, um sich schießt, und fünf Menschen kaltblütig ermordet, dann hat dies im Regelfall etwas zu bedeuten? Geisteskrankheit? Rache? Die komplexe Frage nach dem Motiv des Täters, sowie der stetige, offensichtliche Zerfall einer (beinahe) harmlosen Gemeinschaft, nimmt in Chris Hammers Thriller „Outback“ einen Großteil des Geschehens ein. Denn die Erzählung...

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