FILMKRITIK: „THE GREEN KNIGHT“ (Fantasy/Abenteuer - 2021)



Wer David Lowery und seinen Film „A Ghost Story“ kennt, beziehungsweise bereits gesehen hat, der weiß ganz genau, um welche Art Movie es sich bei „THE GREEN KNIGHT“ handelt: Klassisches Slow Cinema. Also Kino, das in seiner Struktur und seiner Erzählweise überaus langsam daherkommt, bewusst Tempo reduziert (oder erst gar kein Tempo aufnimmt), den Handlungssträngen ausgiebig Zeit einräumt, Kino, das der Figurenentwicklung genügend Raum zum Atmen lässt und das auf imposante Szenenbilder baut, anstatt reißerisch seine Story an den Mann/an die Frau zu bringen. That‘s it. Und „THE GREEN KNIGHT“ passt haargenau, zu 100%, in diese Rubrik. Er ist eben jene Sorte Arthouse-Film, die viel mit dem Setting spielt, die brutal auf Atmosphäre in den einzelnen Szenenbildern baut und die schlussendlich auf das ganz spezielle, episch veranlagte Momentum hinarbeitet, das sich ein Streifen dieser Kategorie schlichtweg verdient hat. Daher beäuge ich Kritik hinsichtlich seiner Gangart kaum und nehme Stimmen, die sein Stilmittel per se in den Dreck ziehen, nicht so wirklich ernst.

Es gibt aber seitens der Pressevertreter extrem überschwängliche Lobgesänge, die von „Ein bildgewaltiges Erlebnis“ (Moviestar) bis hin zu „Ein Meisterwerk“ (IndieWire) reichen.


Tatsächliche kann ich das Genannte bedingungslos unterschreiben, denn mir persönlich hat die ganze Aufmachung des Films, diese langen verharrenden Momente, die brutal guten Kamerafahrten, das Storytelling, der Cast, die Kostüme, die einzelnen Shots, die Ausleuchtung, die Soundunterstützung ausserordentlich gut gefallen und muss A24 für diese meisterliche Produktion echt gratulieren. Klar ist der langwierig, schwerfällig, vollkommen überzeichnet und derart gezwungen heroisch, logisch, aber er will ja auch im Kern GENAU DAS sein! Doch letztendlich ist es auch ein Film, der (k)eine klassische Heldengeschichte vom Zweifeln, Scheitern, Leben und Tod erzählt, die im luftleeren Raum genügend Platz für Interpretationen bietet und somit eine klare Zuordnung der Geschehnisse völlig unmöglich macht. Ist man sich dessen bewusst und kann man ein/zwei handlungsbasierende Teile der Logik ignorieren, dann wird man mit „THE GREEN KNIGHT“ - vor allem als Genrefan - die reinste Freude haben.


Inhaltsangabe:


Basierend auf der zeitlosen Artuslegende erzählt THE GREEN KNIGHT die abenteuerliche Geschichte des tollkühnen Sir Gawain (Dev Patel), Ritter der Tafelrunde. Um sich vor seiner Familie, seinem Volk und letztlich auch sich selbst zu beweisen, begibt sich der Neffe des König Artus auf die Reise seines Lebens mit dem Ziel, sich der ultimativen Herausforderung zu stellen: dem sagenhaften Grünen Ritter, einem gigantischen, smaragdgrünhäutigen Fremden und Prüfer der Menschen. Weg von Elma (Lya Oussadit-Lessert), einem Teenager mit explosivem Temperament, die ihn auf seiner Flucht begleitet.

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