Rezension: "Greenlights“ von Matthew McConaughey

Matthew McConaughey ist charmant, - zugegeben - echt gutaussehend, vielseitig, ehrgeizig ohne Ende, umtriebig, wandlungsfähig, extrem talentiert und nicht zuletzt: überaus INTERESSANT. Er ist Golden-Globe-Award Gewinner, Oscar-Preisträger, (benahe) Little Mr. Texas, fu**in Sexiest Man Alive, hat einen blankpolierten Stern am „Walk of Fame“ und ist - nebenbei bemerkt - mein absoluter, absoluter, absoluter Favourite Actor!Zweifelsohne! (Alleine schon für seine Darstellung als Rust Cohle in der ersten Staffel von ‚True Detective‘ hätte er sich einen verdammten „goldenene Orden“ verdient!!!) 


Ihr könnt euch also in etwa vorstellen, wie sehr(!!!) ich mich gefreut habe, diese Biographie zu entdecken und nun endlich in Händen halten zu dürfen.

Während andere Wichtigtuer damit beschäftigt sind/waren, ihre Memoiren aufzublasen und mit Nichtigkeiten von narzisstischen Selbstportraits zu füllen, hat sich der gute McConaughey lediglich darauf beschränkt, seinen Werdegang mit bescheidener Empathie für sich selbst, trockener Selbstkritik, vielen optimistischen, lebensbejahenden Anekdoten und einer gewaltigen Portion Ehrlichkeit zu pflastern. Dieser aufrichtige, durchaus entwaffnende Blickwinkel auf das eigene Selbst, unterstrecht McConaugheys Charakter deutlich und differenziert ihn vom gebrechlichen Rest des Hollywood-Ensembles. Vor allem die wirklich harten, brutalen Schilderungen seiner frühen Kindheit haben mir wirklich den Boden unter den Füßen weggezogen und mich mit einem Anflug von Ungläubigkeit und Ratlosigkeit weiterlesen lassen, in dem sich mir immer wieder die Fragen aufdrängten: Hat sich das wirklich so zugetragen? Kann das möglich sein? Kann man dieses Drama, diese grobschlächtigen Bilder, diese Erziehungsmethoden, diese ständige Form der Unzulänglichkeit überhaupt ins Positive transportieren? Er kann es definitiv!!! Und warum? Weil er sich (mittlerweile) selbst am besten kennt, alle anderen Lebensstrukturen (die sich fernab seiner eigenen bewegen) schätzen und lieben gelernt hat, immer wieder über seine Wurzeln stolpert, mit seinen Schwächen umzugehen weiß und Menschen als ebenbürtig betrachtet, egal ob sie pleite oder verwahrlost sind, ob sie in der Hippie-Community, am Campingplatz, in der Kirche oder im Reservoir hausen, ob sie Aussteiger sind oder mehrere Milliarden am Konto geparkt haben.


Um ein allgemeines Bild davon zu bekommen, was man sich von diesen - wirklich außergewöhnlichen - Schilderungen erwarten darf, möchte ich euch ein paar Worte weiterreichen, die von McConnaughey selbst stammen. So lässt sich das Ganze wohl am treffendsten bescheiben:


"𝐷𝑖𝑒𝑠 𝑖𝑠𝑡 𝑘𝑒𝑖𝑛𝑒 𝑒𝑟𝑘𝑜̈𝑚𝑚𝑙𝑖𝑐ℎ𝑒 𝐴𝑢𝑡𝑜𝑏𝑖𝑜𝑔𝑟𝑎𝑝ℎ𝑖𝑒𝐽𝑎𝑖𝑐ℎ 𝑒𝑟𝑧𝑎̈ℎ𝑙𝑒 𝑑𝑎𝑟𝑖𝑛 𝐺𝑒𝑠𝑐ℎ𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒𝑛 𝑎𝑢𝑠 𝑑𝑒𝑟 𝑉𝑒𝑟𝑔𝑎𝑛𝑔𝑒𝑛ℎ𝑒𝑖𝑡𝑎𝑏𝑒𝑟𝑖𝑐ℎ 𝑎𝑏𝑒 𝑘𝑒𝑖𝑛 𝐼𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑠𝑠𝑒 𝑎𝑛 𝑁𝑜𝑠𝑡𝑎𝑙𝑔𝑖𝑒𝑆𝑒𝑛𝑡𝑖𝑚𝑒𝑛𝑡𝑎𝑙𝑖𝑡𝑎̈𝑡 𝑜𝑑𝑒𝑟 𝑑𝑒𝑚 𝑅𝑢ℎ𝑒𝑠𝑡𝑎𝑛𝑑𝑑𝑒𝑛 𝑑𝑖𝑒 𝑚𝑒𝑖𝑠𝑡𝑒𝑛 𝑀𝑒𝑚𝑜𝑖𝑟𝑒𝑛𝑏𝑎̈𝑛𝑑𝑒𝑒𝑟𝑓𝑜𝑟𝑑𝑒𝑟𝑛."


"𝐷𝑖𝑒𝑠 𝑖𝑠𝑡 𝑎𝑢𝑐ℎ 𝑘𝑒𝑖𝑛 𝑅𝑎𝑡𝑔𝑒𝑏𝑒𝑟𝐴𝑢𝑐ℎ 𝑤𝑒𝑛𝑛 𝑖𝑐ℎ 𝑃𝑟𝑖𝑒𝑠𝑡𝑒𝑟 𝑚𝑎𝑔𝑏𝑖𝑛 𝑖𝑐ℎ 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑖𝑒𝑟𝑢𝑚 𝑧𝑢 𝑝𝑟𝑒𝑑𝑖𝑔𝑒𝑛 𝑢𝑛𝑑 𝐼ℎ𝑛𝑒𝑛 𝑧𝑢𝑠𝑎𝑔𝑒𝑛𝑤𝑎𝑠 𝑆𝑖𝑒 𝑡𝑢𝑛 𝑠𝑜𝑙𝑙𝑒𝑛."


"𝐷𝑖𝑒𝑠 𝑖𝑠𝑡 𝑒𝑖𝑛 𝐵𝑢𝑐ℎ 𝑚𝑖𝑡 𝐷𝑒𝑛𝑘𝑎𝑛𝑠𝑎̈𝑡𝑧𝑒𝑛𝐼𝑐ℎ 𝑚𝑜̈𝑐ℎ𝑡𝑒 𝑑𝑎𝑟𝑖𝑛 𝐺𝑒𝑠𝑐ℎ𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒𝑛𝐸𝑖𝑛𝑠𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒𝑛 𝑢𝑛𝑑 𝑃ℎ𝑖𝑙𝑜𝑠𝑜𝑝ℎ𝑖𝑒𝑛 𝑡𝑒𝑖𝑙𝑒𝑛𝑑𝑖𝑒𝑜𝑏𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 𝑣𝑒𝑟𝑠𝑡𝑎𝑛𝑑𝑒𝑛 𝑢𝑛𝑑𝑤𝑒𝑛𝑛 𝑆𝑖𝑒 𝑑𝑎𝑠 𝑚𝑜̈𝑐ℎ𝑡𝑒𝑛𝑠𝑢𝑏𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 𝑢𝑚𝑔𝑒𝑠𝑒𝑡𝑧𝑡 𝑤𝑒𝑟𝑑𝑒𝑛 𝑘𝑜̈𝑛𝑛𝑒𝑛𝑖𝑛𝑑𝑒𝑚 𝑆𝑖𝑒 𝑒𝑛𝑡𝑤𝑒𝑑𝑒𝑟 𝐼ℎ𝑟𝑒𝑅𝑒𝑎𝑙𝑖𝑡𝑎̈𝑡 𝑜𝑑𝑒𝑟 𝐼ℎ𝑟𝑒 𝑆𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑑𝑎𝑟𝑎𝑢𝑓 𝑣𝑒𝑟𝑎̈𝑛𝑑𝑒𝑟𝑛."


Auch wenn ich am liebsten stundenlang darüber sprechen/schreiben könnte, wie begnadet, zielstrebig und letztendlich genial McConaughey ist, aber das würde den Rahmen eindeutig (zer)sprengen. Daher belasse ich es bei folgender Ausführung:


„Greenlights“ ist so viel mehr als nur die Vita eines gebürtigen Texaners, der auszog, um ein prestigeträchtiger Leinwandheld zu werden. Es ist vor allem eine wirklich großartige geschriebene, beeindruckende, stilisitsch EINWANDFREIE Geschichte, bei der man sich immer wieder vor Augen führen muss, dass man es hier mit der kalten Realität zu tun hat. Auch wenn McConaughey seine eigenen Lebensweisheiten nicht als Hilfestellung, als Ratgeber titulieren möchte, so haben sie für mich persönlich einen wirklich guten Dienst gleistet. Auch für die Zukunft. Ernstzunehmend. Sehr persönlich. Tiefgründig. Eines muss man Ende klar hervorheben: Ihm ging es nie, nie, nie darum, an die Spitze zu kommen, sondern von ganz oben bergab zu laufen, ohne zu fallen.


BEEINDRUCKEND, ja...mehr fällt mir dazu nicht mehr ein!


Inhaltsangabe:


„Matthew McConaughey ist ein großartiger Erzähler“ (Süddeutsche Zeitung)


„ Unverkennbar ein Buch, das einzig und allein McConaughey auf diese Weise schreiben konnte.“ (The Times)


„Hammerharte Geschichten“ (Esquire)


Spannende Autobiographie und cooler Leitfaden fürs Leben – vom sympathischen Hollywood-Darsteller mit den vielen Gesichtern („Dallas Buyers Club“, „True Detective“, „Interstellar“). 


„Greenlights“ – so nennt Matthew McConaughey seine rauen, bewegenden, temperamentvollen Geschichten. In der Tat, er fährt auf einer „grünen Welle“ durchs Leben, als habe er immer „freie Fahrt“, auch wenn die nicht immer in die richtige Richtung geht. Er erzählt vom Auf und Ab, von Erwartungen und Enttäuschungen und einem entspannten Umgang damit – und liefert damit zugleich eine kluge, warmherzige Blaupause für ein erfülltes Leben in den heutigen turbulenten Zeiten.


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