Rezension: "Ich hole dir die Vögel vom Himmel“ von Brian Hodge

Ganz ehrlich: Ich bin vom Plot (Trifft übrigens zu 100% meinen Geschmack!) und der optischen Aufmachung dieses Werkes derart geplättet, dass es mir beinahe schwerfällt, ja geradezu unmöglich erscheint, eine objektive, distanzierte Meinung abzugeben, zu groß ist die Befangenheit. ABER: Mir bleibt ja bekanntlich nichts anderes übrig. 🤪


Und so nehme ich mir die Freiheit, die Besprechung dort anzusetzen, wo viele andere ihr jähes Ende finden. Beim Fazit:

Mir ist in diesem Jahr - bis dato - noch kein Buch untergekommen, das mich von der ersten Seite an so gepackt, verblüfft und in Neugier erstickt hat, wie „Ich hole dir die Vögel vom Himmel“ von Brian Hodge.

Mit zunehmender Seitenanzahl wurde das - in Bezug auf die Lesedauer - komprimierte Konstrukt definierter, erheblicher, ausgereifter.

Die Story ist nicht nur höchst unterhaltsam, intelligent erzählt und wurde überaus detailgetreu ausgearbeitet (So detailgetreu, wie man auf 100 Seiten eben sein kann!), sie fühlt sich - auch auf sprachlicher Ebene - sehr hochwertig an und lässt den Eindruck entstehen, dass es - in puncto Stil - nichts Vergleichbares im Genre gibt.

Doch von welchem (Sub-)Genre sprechen wir hier eigentlich? Horror? Drama? Mystery? Irgendetwas dazwischen? Völlig egal!

Das Wichtigste ist doch die Tatsache, dass mich dieser Text beschäftigt hat. Er hat mich wach liegen lassen, am Kragen gepackt, mich durch die Story gezerrt und mir hinterher den Kopf abreissen! (Im positiven Sinne!)


Doch neben all der einprägsamen Handlungsteilen, liebe ich diese krasse, absolut konträre Mixtur aus unterschiedlichen Tim Burton Elementen und der groben Düsterheit eines Cronenberg! („A History of Violence“ ist bis heute, einer meiner absoluten Lieblinge! Leute, die diesen Film gesehen und gespürt haben, wissen die Grundessenz des Romans zu würdigen. Mit Sicherheit.)


Wie lässt sich nun eine Rezension abschließen, wenn das Fazit bereits zu Beginn in Erscheinung getreten ist. Ich würde sagen, mit einem kurzen, zusammenfassenden Plädoyer:


Wir haben es hier mit einer verdammt kuriosen Story zu tun, die mich ganz stark an „Das Gemälde“ (Susan Hill), „Die Ermordung des Commendatore“ (Haruki Murakami) und „Der Ghostwriter“ (Cecilia Ahern) erinnert hat, die stilistisch aber mit keines der oben angeführten Werke zu vergleichen ist.

Eine extrem unterhaltsame Zusammensetzung aus mehreren (Sub-)Genres, die Brian Hodge sehr behutsam anpackt und nahtlos miteinander verbindet, sodass sämtliche Grenzen kaum mehr auszumachen sind. Außerdem beweist er eine hervorragende Beobachtungsgabe und hat stets ein feines Gespür für Details, schließlich sind die Wahrnehmungen der Charaktere - im Hinblick auf die Seitenanzahl - sehr ausführlich geschildert.


Nicht zuletzt lässt sich - vorausgesetzt man ist konzentriert bei der Sache - über die gesamte Lesedauer hinweg, die Lobeshymne die Hodge auf die Malerei und die diversen Auslebungsformen der Kunst singt, vernehmen.


Genau diese bunte Mischung macht diese Erzählung so einzigartig und lässt sie zwar bewusst introvertiert, aber dennoch scharfsinnig wirken.


Von meiner Seite gibt es eine ganz klare Empfehlung!


Inhaltsangabe:


Nona findet in der kleinen Hütte ihres verstorbenen Urgroßvaters Cecil Conklin zufällig seine vielen Gemälde. Er muss die unheimlichen Werke selbst gemalt haben. Nona kommen sie vor wie der fiebrige Versuch eines Irren, etwas darzustellen, was nicht dargestellt werden kann... 

Aber offenbar fehlt ein entscheidendes Bild. Ist es vielleicht der Schlüssel, um Conklin und seine bizarre Kunst zu verstehen? 

Die Suche führt Nona nach Broadwater Hollow, einem verlassenen Dorf in den Bergen. Seit Jahren hat es kein Mensch mehr betreten – aus Angst! 


Eine Geschichte über Kunst und Leidenschaft, voller kosmischem Schrecken in der Tradition eines H. P. Lovecraft. 


This is Horror: »Ergreifend, dramatisch und gruselig. Eine wunderbare Ergänzung zum wachsenden Angebot moderner Weird Fiction.«


Peter Straub: »Ein Schriftsteller von verwegenem, außergewöhnlichem Talent.«


Fangoria: »Ein literarisches Äquivalent zum Regisseur David Cronenberg.«

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