Rezension: "Unter der Haut“ von Gunnar Kaiser

Gunnar Kaiser hat eine essentielle Botschaft verstanden, verinnerlicht und soeben mittels Literatur an die Leser da draußen weitergegeben:


„Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn“ (Erasmus von Rotterdam)


Auf diesem Grundpfeiler baut der gebürtige Kölner sein vielseitiges Debüt.

Er schreibt über Bibliophilie, Nyphomanie, übersteigertes Selbstbewusstsein, Selbstüberschätzung, den Hang zum Dramatischen,...zum Vollendeten und entwirft zwei so ungleiche und dennoch - im Wesen - eineiige Protagonisten, die der Fantasie, der sexuellen Neigungen aller Art und vor allem dem Fanatismus des Absoluten zum Opfer fallen.


Es ist erstaunlich, wie gekonnt Gunnar Kaiser seine Leser zu untätigen Voyeuren avancieren lässt, ohne dass diese es überhaupt bemerken. Wie er sich selbst am schwindenen Urteilsvermögen der „Zuseher“ bereichert, indem er Verwerfliches, als etwas ganz Selbstverständliches darstellt. Wie er alltägliches Verlangen zu einer manischen Obsession ausbaut. Wie er moralische Gesetze außer Kraft setzt. 

Die kaputten, verzweifelten, sinnsuchenden, suchtbesessenen Figuren in diesem Szenario tun ihr Übriges.


Fazit:


Zu sagen: Gunnar Kaiser hätte einen Krimi, einen kleinlauten Thriller, eine Coming-of-Age-Story, ein Drama, eine „Was weiß ich“ geschrieben, würde nicht mal im Ansatz wiedergeben, was sich tatsächlich zwischen diesen beiden Buchdeckeln abgespielt hat. Am besten sollte man sich selbst ein Bild machen. Man sollte es erleben.


Ich war erstaunt, fasziniert, erbost,...und neugierig!


„Unter der Haut“ ist ein scharfsinniger, mutiger, sprachlich kraftvoller, - in mild dosierter Menge - philosophischer, kuzum: perfekt konstruierter Roman, der sich von den zwischenmenschlichen Beziehungen, von der Sucht der Protagonisten untereinander, sowie von der Intensität der Handlungsabläufe ernährt.


Inhaltsangabe:


New York während des letzten Sommers der 1960-er Jahre: Der Literaturstudent Jonathan Rosen macht die Bekanntschaft des bibliophilen Dandys Josef Eisenstein. Durch den geheimnisvollen älteren Mann lernt der unerfahrene Junge nicht nur die Welt der Kunst und des Geistes, sondern auch die Macht der Verführung kennen und erlebt in diesen hellen Tagen sein Coming of age. Zu einem ersten sexuellen Erlebnis kommt es in Eisensteins Atelier, wo Jonathan mit einer jungen Frau schläft, die beide Männer in einem Diner angesprochen haben. In den folgenden Wochen machen sie sich in den brütend heißen Straßen New Yorks auf die Suche nach neuen »Opfern«. Ihr Muster: Eisenstein, der selber niemals eine Frau berührt, lehrt Jonathan die Kunst der Verführung; sie bringen die Frauen in sein Apartment, wo Jonathan mit ihnen schläft, während Eisenstein sie beobachtet. Mit der Zeit wächst in Jonathan ein Verdacht, dass über seinem Mentor ein dunkles Geheimnis liegt. Doch diese Ahnung wird erst Jahrzehnte später zur Gewissheit, als er in Israel von der ehemaligen FBI-Agentin Sally Goldman aufgesucht wird – denn sie jagt seit langem schon den »Skinner«, einen legendären Serienmörder.


Pressestimmen:


»Gunnar Kaiser ist ein besessener Erzähler, der mit ›Unter der Haut‹ ein grandioses Debüt abgeliefert hat, tiefsinnig und philosophisch, zugleich spannend und unterhaltsam.«

(yannickdressen.de, 07.04.2018)


»›Unter der Haut‹ ist Gunnar Kaisers beachtliches Erstlingswerk. Der Debütant beherrscht das literarische Handwerk mit verblüffender Souveränität. Hier sitzt jeder Satz. Und hier passt jedes Bild. Zudem verfügt Gunnar Kaiser über eine ausgesprochen feine Beobachtungsgabe. Vor allem aber ist dieser Autor ein poetischer Erzähler, sofern mit diesem Wort gemeint ist, dass die vielen kleinen Episoden des Romangewebes stets auch interpretative Spielräume erzeugen.«

(Kölner Stadt-Anzeiger, 06.04.2018)


»In vielerlei Hinsicht ist Gunnar Kaisers Debüt so gut, dass man der eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertraut.« (Berliner Zeitung, 17.03.2018)


»Stilistisch ein großer Lesegenuß ist das Buch auf eine entspannte Art und Weise intellektuell, die Geschichte wird in einer wunderbaren Ausführlichkeit erzählt, die nie die Grenze der Langatmigkeit überschreitet.«, (kaffeehaussitzer.de, 03.03.2018)


»Neben der tollen Erzählweise & der galanten Szenen, entfaltet sich bei mystischer und aufgeladener Atmosphäre, wie nebenbei eine aufmerksame und spannende Liebeserklärung an das Buch & die Literatur, die sich gewaschen hat. Hierbei sei auch die tolle Aufmachung des Buches und die gute Gestaltung des Covers und des Buchdeckels, der sich unter dem Schutzumschlag befindet, erwähnt.« (wildeseiten.wordpress.com, 01.03.2018)


»Ein Buch, das schier explodiert vor Büchern, Sinnlichkeit, Sucht, Verbrechen, Geschichte und Geschichten. Gunnar Kaisers Debüt ›Unter der Haut‹ ist mörderischer Thriller, Coming-of-Age-Roman, Zeitreise, eine tiefe Verneigung vor bedrucktem Papier und nichts für schwache Gemüter.« (Welt am Sonntag, 25.02.2018)


» (…) eine klasse Mischung aus Coming-of-Age-Story und Krimi.« (DONNA)

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