Rezension: "Im finsteren Eis“ von Bracken MacLeod

Diese Story um eine aufgeblasene, klischeehafte, dahinsiechende Crew, dessen Ambitionen von dubiosen Krankheitsbildern entschärft werden, bildet die Handlungsgrundlage in MacLeods Ende 2017 veröffentlichten „Horror-Adventure“. Die Betonung liegt wohl auf dem Wort „aufgeblasen“. Und so nimmt der Autor seine Protagonisten, behandelt diese im Kollektiv und steckt sie um jeden Preis in einen zwar filmreifen, aber für den Bereich der Spannungsliteratur gefühlt zweckentfremdenen Blockbuster. Dass hier dem Tiefgang und der Charakterisierung einzelner Personen, teilweise Actionpassagen vorgezogen wurden, ist der Formung des Gesamtkunstwerkes nicht gerade dienlich. Auch die knappen, oft hölzernen Dialoge, können der etwas seichten Darstellung nicht unbedingt aus der Patsche helfen,...dies wird spätestens im letzten Drittel stark deutlich.


Gott bewahre: Ich will mir ja gar nicht anmaßen zu sagen, dass man hier so viel Potenzial liegen gelassen hat. Es liegt eher die Vermutung nahe, dass bei diesem Handlungskonzept, - wie soll ich sagen - schlichtweg nicht mehr möglich war, zumal die Geschichte ohnehin nicht gerade vor Innovation strotzt.


Fazit:


Bracken MacLeod ist trotz etwas mangelhafter Umsetzung ein Grenzgänger, so viel steht schon mal fest. Mit seinem Roman „Im finsteren Eis“ hat er ein genreübergreifendes Buch geschrieben, das zwar jede Menge Action bietet, in Sachen Ausführung jedoch nicht ganz zu Ende gedacht war. Zwar findet man einen bedachten Aufbau, gut konzipierte Szenen, und teils lakonische Dialoge vor, damit hat es sich aber leider schon.


Zusammenfassend kann man also festhalten:

Hier trifft ein Möchtegern-Action-Adventure auf einen abgeschwächten Horror-Thriller, der sich zwar um die zwischenmenschlichen Bedürfnisse und Probleme der Charaktere kümmert, die Figuren im Einzelnen aber ziemlich blass darstellt. Es lässt sich wohl Folgendes kritisieren: Die Anzahl, sowie die Ausprägung der Dialoge ist etwas karg ausgefallen, dadurch fühlen sich manche Passagen vielleich etwas aufgeblasen an, was zu dem Ergebnis kommt, dass sich hin und wieder, langatmige Szenen finden lassen. Hier hätte man phasenweise die „direkt Rede“ über die Erzählstimme stellen müssen, um so den Protagonisten die Möglichkeit zu geben, sich darüber zu defnieren und vorzustellen.

Das eintönige Setting und die etwas umständliche Art des Storytellings tun leider ihr Übriges.


Von unserer Seite gibt es daher nur eine bedingte Weitermpfehlung!


Inhaltsangabe:


Als sich die Crew des Versorgungsschiffes Arctic Promise plötzlich im Zentrum eines Orkans findet, ahnen die von Wind und Wetter gehärteten Männer nicht, dass dies erst der Beginn ihrer Irrfahrt ist. Vom rücksichtslosen Kapitän immer weiter in die schwarze, eisige See getrieben, läuft das Schiff in einer gigantischen Eisscholle auf. In Kälte und Dunkelheit eingeschlossen, bricht eine seltsame Krankheit unter den Männern aus. Doch sie sind nicht alleine. In der Ferne sind die Umrisse eines zweiten Schiffes zu sehen. Dunkel, bedrohlich … In ihrer Verzweiflung machen sich die Überlebenden auf, um nach Rettung zu suchen. Sie ahnen nicht, dass in dem Schiff bereits etwas haust … etwas Böses …

Kommentar schreiben

Kommentare: 0