Rezension: "Jagdtrip" von Jack Ketchum

Dass Jack Ketchum (mit bürgerlichen Namen: Dallas Mayr) neben Stephen King, Dean Koontz, Richard Laymon,…zu den bekanntesten und beliebtesten Horror-Schriftstellern seiner Generation zählt, ist kaum verwunderlich. Seine literarischen Erfolge geben seinem mittlerweile erarbeiteten Status absolut Recht und drücken seiner Daseinsberechtigung im Genre gehörig den Stempel auf.

„Evil“, „Beutezeit“, „Amokjagd“, oder „Blutrot*“ (…mein absoluter Ketchum-Liebling!) sind nur der kleiner Teil einer bis dato unglaublich langen Bibliografie. Außerdem ist er mehrfacher Literatur-Preisträger und erhielt den - in der Szene gefeierten - Bram Stoker Award fünfmal.

Es bleibt mir aufgrund der langen Historie, der unbändigen Imaginationspower - unabhängig von der Qualität des Neulings „Jagdtrip“ - nichts anderes übrig, als meinen größten Respekt und jede Menge Anerkennung für diesen Schriftsteller auszusprechen!

 

Zum Buch:

 

Es gibt leider eine Vielzahl an Autoren, die mit wachsender Anzahl der publizierten Werke, immer schwächer werden. Mag vielleicht daran liegen, dass ihnen die notwendigen Ideen ausgehen, oder sie ihre Begabungen an die Anfangszeit ihres Schriftstellerseins einbüßen haben müssen. Worauf ich hinauswill: Jack Ketchum hat dieses Problem meiner Meinung nach NICHT! Weder mangelt es ihm an Kreativität, noch ruht er sich auf vorangegangenen Lorbeeren aus. Ganz im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, dass er versucht sich literarisch weiterzuentwickeln, „reifer“ zu werden und mit jedem neuen Roman, weiter in die Thematik einzutauchen versucht. Ich kann zwar nicht für die Zukunft sprechen, jedoch Vorangegangenes aufgreifen und bewerten. Und die Werke die er bisher präsentiert hat, können sich alle – mal gefällt’s dem Leser mehr, mal weniger – allesamt sehen lassen!

Bei „Jagdtrip“ lässt sich zwar feststellen, dass die Figuren allesamt recht oberflächlich gezeichnet sind, die Story schlicht aufgezogen wurde und die Geschehnisse sich an so manchen Vorgänger anlehnen, TROTZDEM geht Ketchum diesesmal einen Schritt weiter und füht seine Protagonisten tiefer in die Geschichte ein. Er lässt das auf den ersten Blick belanglose Personenkonstrukt relativ lange unberührt und platziert jenes genau zum richtigen Zeitpunkt in der Materie.

All jene, die in Bezug auf die Protagonisten, eingehende "Charakterstudien" und "Detail-Personalisierungen" eher klein schreiben, stattdessen Wert auf konstante Handlungsverläufe legen, denen sei Jack Ketchums "Jagdtrip" ans Herz zu legen!

 

Inhaltsangabe:

 

Lee ist lebend aus dem Krieg zurückgekehrt, doch er ist ein anderer Mensch geworden. Die Erinnerung verfolgt ihn in seinen Träumen. Er lebt zurückgezogen tief in einem Wald und meidet den Kontakt zu Menschen. Aber heute ist er nicht allein. Eine Gruppe Camper ist in seine zerbrechliche Welt eingedrungen. Er hört ihre Stimmen, beobachtet ihr Lager. Mit einem Mal ist der Krieg zurück. Und Lees Besucher müssen um ihr Leben kämpfen ...

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